Pressemitteilung 17.04.2021

Vierter Aktionstag in Folge der Deutschen Tier-Lobby e.V. DTL und Menschen für Tierrechte Nürnberg

Termin Nürnberg: am Samstag, den 17. April 2021 von 11 -13.30 Uhr vor der Lorenzkirche

Thema: Abschaffung der Kastenstände und Protest Stallbrände

Wir fordern die komplette Abschaffung der Kastenstände.

Wir fordern unverzügliche Maßnahmen gegen ca. 5000 Stallbrände, bei denen hunderttausende Tiere jährlich qualvoll ums Leben kommen.

Die Proteste gegen den Kastenstand verstummen nicht. Obwohl der Bundesrat am 3.7.2020 eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gebilligt hat, die die Haltung von Sauen in Kastenständen zumindest anteilig verbieten soll, ist der Tierschutz überwiegend auf der Strecke geblieben. Zum einen ist die Änderung erst am 11. Februar dieses Jahres, also mehr als sieben Monate nach Beschluss in Kraft getreten, zum anderen sind Übergangsfristen vereinbart worden, die wir nicht bereit sind zu akzeptieren. Im Abferkelbereich wird der Kastenstand auch nach 15 bis 17 Jahren Übergangsfrist nicht abgeschafft.

Allein in Deutschland fristen 2 Millionen Mutterschweine ihr halbes Leben qualvoll eingepfercht im Kastenstand, einem engen Metallkäfig, in dem sich die Sau kaum bewegen, nicht umdrehen und nicht entspannt hinlegen kann. Dies ist nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutz- und das Grundgesetz, sondern auch gegen das Magdeburger Urteil von 2015. Letzteres hatte die gängigen Kastenstände für nicht vereinbar mit der bis zur Neuregelung geltenden Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erklärt. Durch die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wird der Kastenstand für die Haltung der Sauen im Deckzentrum noch ganze acht Jahre (+ zwei Jahre in Härtefällen); im Abferkelbereich sogar 15 bis 17 Jahre wochenlang und danach immer noch tagelang erlaubt bleiben! In den nächsten acht Jahren ändert sich für viele der leidenden Sauen überhaupt nichts. Diese Haltungsform ist mit die schlimmste in der Massentierhaltung. Die Mutterschweine werden psychisch und physisch gequält. Die langen Übergangsfristen, speziell im Abferkelbereich, sind ein Skandal! Der Kastenstand muss vollständig verboten werden, wie dies in Schweden seit Jahrzehnten der Fall ist!

Wichtig ist, dass die Politik JETZT die entsprechenden Förderprogramme auflegt, damit die Landwirte JETZT auf eine tierfreundlichere Haltungsform umsteigen. Es muss klar sein, dass es JETZT hohe Fördersätze gibt und die Förderung z.B. in fünf Jahren ganz aufgehoben wird. Nur so können wir dazu beitragen, dass das große Tierleid schnellstmöglich reduziert wird. Die Öffentlichkeit muss über die unhaltbaren Zustände in der industriellen Tierhaltung und die permanenten (geduldeten) Verstöße gegen geltendes Tierschutzgesetz informiert werden!

Die Brandschutzvorschriften für Ställe müssen unverzüglich erhöht werden und sofort umgesetzt werden. Schwerentflammbare Materialien, qualitativ sehr hochwertige Brandmelder (seit Jahren gesetzliche Pflicht in jeder Mietwohnung) und Sprinkleranlagen müssen für Neubauten gesetzlicher Mindeststandard sein und bei Bestandsgebäuden schnellstmöglich nachgerüstet werden.

Denn sonst werden bei Bränden immer wieder Feuerwehrleute in Gefahr gebracht und verletzt und Tausende Tiere bei vollem Bewusstsein in ihren engen Käfigen in Todesangst verbrennen und ersticken (siehe 57.000 Todesfälle allein in Alt Tellin).

Die Deutsche Tier-Lobby e.V. und Menschen für Tierrechte Nürnberg rufen daher zu einem weiteren Aktionstag am Samstag den 17. April von 11 Uhr bis 13:30 Uhr vor der Lorenzkirche auf. Mit einer (Bild)Berichterstattung der Aktion in Nürnberg würden Sie dazu beitragen, dass dieses wichtige Thema noch mehr Aufmerksamkeit erfährt.

Kontakt: Sylvia van Eesbeeck Deutsche Tier-Lobby e.V., Tel. 0160 90 90 90 85