Am 27. Februar 2021 war es wieder soweit. Trotz Pandemie demonstrierte die Deutsche Tier-Lobby e.V. mit Unterstützung des Vereins Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V. wieder für die vollständige und schnelle Abschaffung der Kastenstände in der Schweinehaltung. Ca. 70 Aktivist*innen fanden sich mit Plakaten zu einer Mahnwache vor der Lorenzkirche ein. Auch dieses Mal wurde ein Käfig aufgebaut, der einem originalen Kastenstand nachempfunden war und in dem eine Aktivistin in einem „Schweinekostüm“ zeigte, wie eng die Platzverhältnisse für die Millionen Mutterschweine in der konventionellen Tierhaltung in Deutschland sind. Denn diese können sich nicht einmal umdrehen, stoßen zudem an andere Tiere oder gar Gitterstäbe. Mit der erst am 8. Februar 2021 in Kraft getretenen Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wurden die vorher illegalen zu engen Metallkäfige (s. Magdeburger Urteil v. 2015) legalisiert. Es wurden Übergangsfristen von 15, in Ausnahmefällen sogar bis zu 17 Jahren festgelegt. Aber auch danach wird der Kastenstand nicht abgeschafft, sondern die Zeiten, die die Schweine dort verbringen müssen werden lediglich reduziert. Kontrolliert werden können diese Vorgaben kaum, da Kontrollen nur einmal in mehreren Jahrzehnten stattfinden.

Über Megafon wurden die Passant*innen im 15 Minuten-Rhythmus über die Zustände in der Schweinehaltung informiert und auf die Möglichkeit hingewiesen, die am Infostand ausgelegten Protest-Postkasten, gerichtet an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sowie an Ministerpräsident Dr. Markus Söder als auch an die bayerische Landwirtschaftsministerin Miachaela Kaniber, zu unterschreiben und damit die komplette Abschaffung der Kastenstände zu fordern. Davon hat eine große Anzahl von Personen Gebrauch gemacht, sodass Hunderte von Postkarten an die Minister*innen versendet werden konnten.

Weiterhin haben sich etliche Interessierte für den Newsletter angemeldet, um ständig über bundesweite, organisationsübergreifende Aktionen informiert zu werden, und es wurden einige neue Mitglieder rekrutiert. Der Bayerische Rundfunk war wieder anwesend und hat im Bayerischen Fernsehen abends über die Veranstaltung berichtet.

Die nächste Protestaktion ist für den 17. April 2021 geplant. Der genaue Standort wird rechtzeitig in den sozialen Medien und auf der Homepage bekannt gegeben.

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